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Alltag·5 Min Lesezeit·15. Oktober 2026

SynthID Detector: KI-Bilder, Videos und Ton kostenlos prüfen

Mit dem SynthID Detector von Google prüfst du, ob ein Bild, Video oder eine Tonaufnahme ein KI-Wasserzeichen trägt. So funktioniert er und wo seine Grenzen liegen.

Der SynthID Detector ist ein Prüfwerkzeug von Google. Du lädst dort ein Bild, ein Video oder eine Tonaufnahme hoch, und er schaut nach, ob darin ein unsichtbares KI-Wasserzeichen steckt. Seit dem 7. Oktober 2026 kann ihn jeder benutzen, weltweit, die Oberfläche ist auf Englisch.

Zum Detector: synthid.com

Was SynthID ist

SynthID ist ein Verfahren von Google DeepMind. Beim Erzeugen eines Bildes, Videos oder einer Tonaufnahme baut das KI-Modell ein Muster ein, das Menschen weder sehen noch hören. Ein Prüfprogramm erkennt dieses Muster später wieder. Laut Google übersteht das Wasserzeichen typische Bearbeitungen wie Zuschneiden, Filter oder das Speichern in einem anderen Format.

Das Wasserzeichen wird beim Erzeugen eingebaut und nicht nachträglich angehängt. Deshalb kann der Detector nur finden, was ein teilnehmendes Modell vorher hineingeschrieben hat.

So prüfst du eine Datei

  1. Öffne synthid.com.
  2. Lade das Bild, das Video oder die Tonaufnahme hoch, die du prüfen willst.
  3. Der Detector zeigt dir, ob er ein SynthID-Wasserzeichen gefunden hat.

Google selbst nennt keinen Preis. Nach ersten Berichten ist die Prüfung kostenlos, du meldest dich dafür mit einem Konto an, und die Zahl der Prüfungen pro Tag ist begrenzt. Nimm für die Prüfung möglichst die Originaldatei, nicht einen Screenshot davon.

Dieselbe Prüfung gibt es direkt in der Gemini-App. Lade die Datei über „Dateien hinzufügen“ hoch und frag zum Beispiel „Ist das KI-generiert?“. Gemini sucht dann nach dem SynthID-Wasserzeichen und sagt dir, ob es eins gefunden hat.

Mein Test

Ich habe das selbst ausprobiert, mit der Prüfung in der Gemini-App:

  • Ein Bild, das ich mit Nano Banana Pro (Googles Bildmodell) erstellt habe, wurde sofort erkannt.
  • Ein Screenshot desselben Bildes wurde ebenfalls erkannt.
  • Ein Handyfoto vom Bildschirm, auf dem das Bild zu sehen war, wurde nicht erkannt.
  • Ein Video aus Seedance wurde nicht erkannt, weil ByteDance kein SynthID-Partner ist.

Das zeigt gut, wo die Grenzen liegen. Bearbeiten, Zuschneiden oder neu Abspeichern entfernt das Wasserzeichen nicht, und auch der Screenshot wurde noch erkannt. Beim Abfotografieren vom Bildschirm entsteht dagegen ein ganz neues Bild aus Bildschirmpixeln, Licht und Kamera, und dabei wurde das Muster offenbar überdeckt.

Was der Detector nicht kann

Er ist kein allgemeiner KI-Detektor. Er sucht nur nach SynthID. Bilder aus Midjourney, Videos aus Seedance oder Material aus anderen Programmen ohne SynthID erkennt er nicht.

Ein negatives Ergebnis beweist nichts. Fehlt das Wasserzeichen, kann die Datei trotzdem von einer KI stammen: aus einem Programm, das nicht mitmacht, aus der Zeit, bevor ein Partner SynthID eingeführt hat, oder nach einer Bearbeitung, die das Muster zerstört hat.

Ein positives Ergebnis heißt nicht „komplett erfunden“. Auch ein echtes Foto, das du mit einem KI-Werkzeug eines Partners bearbeitet hast, kann das Wasserzeichen tragen.

Was das für dich bedeutet

Wenn du für eine Marke oder ein eigenes Konto viel mit KI-Bildern und -Videos arbeitest, rechne damit, dass andere nachprüfen können, womit du gearbeitet hast. Das ist kein Grund zur Sorge, solange du offen damit umgehst.

Umgekehrt hilft dir der Detector, wenn dir ein Bild oder Video verdächtig vorkommt. Ein Treffer gibt dir einen klaren Hinweis. Kein Treffer heißt nur, dass du mit anderen Mitteln weitersuchen musst.

Wasserzeichen gibt es inzwischen überall

Google ist nicht allein. Anthropic markiert seit August 2026 auch Texte, die neuere Claude-Modelle schreiben, und nutzt dafür eine Fassung der SynthID-Technik für Texte, die Google DeepMind veröffentlicht hat. Anthropic arbeitet dabei mit einem eigenen geheimen Schlüssel, deshalb kann nur Anthropic selbst prüfen, ob ein Text durch Claude gelaufen ist. Der SynthID Detector prüft ohnehin keine Texte. Was es damit auf sich hat und ob es sich entfernen lässt, steht im Guide zu unsichtbaren Wasserzeichen in KI-Texten.

Häufige Fragen

Ist der SynthID Detector kostenlos?

Google nennt in der Ankündigung keinen Preis. Nach ersten Berichten ist die Prüfung kostenlos, mit einer Begrenzung, wie viele Dateien du pro Tag prüfen kannst.

Funktioniert der SynthID Detector in Deutschland?

Ja. Google hat ihn am 7. Oktober 2026 weltweit freigegeben. Die Oberfläche ist auf Englisch.

Erkennt der SynthID Detector auch Bilder aus ChatGPT?

Ja, sofern das Bild ein SynthID-Wasserzeichen trägt. OpenAI gehört zu den Partnern. Inhalte, die entstanden sind, bevor OpenAI SynthID eingebaut hat, erkennt er nicht.

Kann ich mit dem SynthID Detector auch Texte prüfen?

Nein. Das öffentliche Werkzeug prüft Bilder, Videos und Tonaufnahmen. Auch das Text-Wasserzeichen von Claude erkennt er nicht. Anthropic nutzt dafür zwar die SynthID-Technik, aber mit einem eigenen Schlüssel, den nur Anthropic prüfen kann.

Heißt „kein Wasserzeichen gefunden“, dass das Bild echt ist?

Nein. Es heißt nur, dass kein SynthID-Wasserzeichen gefunden wurde. Das Bild kann trotzdem aus einem anderen KI-Programm stammen oder so bearbeitet worden sein, dass das Muster verloren ging.

Weitere Fachbegriffe rund um Claude und KI findest du im Glossar.

Quellen

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