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Workflows·7 Min Lesezeit·20. Juni 2026

Loop Engineering: Claude in Schleifen

Wie du von einzelnen Prompts zu Loops kommst. Claude findet die Arbeit, erledigt sie, prüft sich selbst und wiederholt das, bis dein Ziel erreicht ist.

Die meisten arbeiten mit Claude im Ping-Pong. Du schreibst einen Prompt, liest die Antwort, schreibst den nächsten. Das funktioniert, aber jeder Schritt kostet dich Zeit und Aufmerksamkeit. Bei wiederkehrender Arbeit lohnt sich ein anderer Ansatz. Du baust nicht mehr jeden Schritt selbst, sondern eine Schleife, die die Schritte für dich abarbeitet.

Vom Prompt zur Schleife

Ein Prompt ist eine einzelne Anweisung. Du gibst sie, du bekommst ein Ergebnis, fertig. Eine Schleife ist etwas anderes. Du beschreibst einmal die Regeln, und Claude stellt sich die Anweisungen danach selbst. Deine Rolle ändert sich. Du machst nicht mehr die Arbeit, du entwirfst das System, das die Arbeit macht.

Das klingt groß, ist aber ein simples Muster. Jede Schleife läuft in denselben fünf Schritten:

  1. Arbeit finden. Claude holt sich die nächste Aufgabe, zum Beispiel aus einer Liste oder einem Ordner.
  2. Arbeit erledigen. Claude bearbeitet genau einen Punkt.
  3. Sich selbst prüfen. Claude kontrolliert, ob das Ergebnis die Vorgaben erfüllt.
  4. Sich erinnern. Der Fortschritt wird festgehalten, damit nichts doppelt passiert.
  5. Von vorne. Die Schleife wiederholt sich, bis nichts mehr offen ist.

Zwei Befehle, zwei Situationen

In Claude Code steuerst du das über zwei Befehle.

  • /goal ist für Arbeit mit einem klaren Ende. Die Schleife läuft, bis ein messbares Ziel erreicht ist. Nach jeder Runde wird der Fortschritt geprüft.
  • /loop ist für Aufgaben ohne festes Ende. Sie läuft nach Zeitplan, zum Beispiel jeden Morgen oder alle 30 Minuten.

Die Faustregel ist einfach. Hat die Aufgabe eine Ziellinie, nimmst du /goal. Soll etwas regelmäßig wiederkehren, nimmst du /loop. Wenn dir die beiden Befehle noch neu sind, lies zuerst den Guide Claude nicht babysitten.

Was eine Schleife stärker macht

Vier Dinge heben eine Schleife über das einfache Wiederholen hinaus:

  • Worktrees. Getrennte Kopien deines Projekts. So können mehrere Schleifen parallel laufen, ohne sich gegenseitig zu stören.
  • Skills. Markdown-Dateien mit deinen Regeln und deinem Wissen. Mehr dazu steht im Guide zu Claude Skills.
  • Connectors. Verbindungen nach außen, etwa zu E-Mail oder einer Aufgabenliste, auf die die Schleife zugreift.
  • Sub-Agents. Zwei getrennte Rollen. Eine baut, eine prüft. Damit kontrolliert sich die Schleife selbst.

Ein Beispiel aus dem Creator-Alltag

Nimm das Aufbereiten von Content. Du hast einen langen Beitrag und willst daraus regelmäßig kurze Formate für mehrere Kanäle.

Als Schleife sieht das so aus. Claude liest den Beitrag, schreibt je einen Entwurf pro Kanal, prüft jeden gegen deine Stilregeln und legt die fertigen Entwürfe zur Durchsicht ab. Ist ein Entwurf zu lang oder klingt nach Standard, bessert die Schleife nach, bevor sie weitergeht. Du bekommst am Ende eine saubere Sammlung statt einer rohen ersten Idee.

Die Vorlage für deine Schleife

Eine Schleife braucht eine klare Beschreibung. Am besten arbeitest du mit einer festen Struktur:

ZIEL: was am Ende erreicht sein soll, konkret und messbar
ARBEIT FINDEN: wo die Aufgaben liegen und wie Claude sie erkennt
ARBEIT ERLEDIGEN: wie die Aufgabe bearbeitet werden soll
SELBST PRUEFEN: woran Claude erkennt, dass das Ergebnis stimmt
SICH ERINNERN: wo der Fortschritt festgehalten wird
WANN STOPPEN: unter welchen Bedingungen die Schleife endet

Der wichtigste Punkt ist die Prüfung. Ist das Ziel vage, kann Claude sich nicht selbst kontrollieren. Ein messbares Ziel ist die Voraussetzung dafür, dass eine Schleife überhaupt funktioniert.

Wann sich eine Schleife nicht lohnt

Nicht jede Aufgabe braucht eine Schleife.

  • Für eine einmalige Aufgabe ist der Aufbau zu viel. Ein Prompt reicht.
  • Schleifen verbrauchen mehr Rechenzeit, weil sie mehrere Prüfrunden drehen.
  • Ohne klares Ziel läuft eine Schleife ins Leere.

Dein erster Loop

Such dir eine Aufgabe, die du immer wieder von Hand machst. Fülle die Vorlage aus. Lass die Schleife einmal laufen und schau dabei zu. Wenn das Ergebnis stimmt, kannst du sie nach Zeitplan automatisieren.

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