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Workflows·7 Min Lesezeit·03. Juli 2026

Warum dein Kontext wichtiger ist als das neueste Modell

Warum dein Kontext wichtiger ist als das neueste KI-Modell und wie du ihn in einfachen Markdown-Dateien sammelst, die jede KI lesen kann und dir gehören.

Gerade ist mit Claude Sonnet 5 wieder ein neues Modell erschienen: nah an der Qualität des Top-Modells, aber deutlich günstiger. Solche Sprünge kommen inzwischen im Wochentakt. Die eigentliche Frage ist nicht, welches Modell heute vorne liegt. Sondern: Was davon ist wirklich dein Vorteil?

Das Modell ist austauschbar, dein Kontext nicht

Ein KI-Modell ist gut. Richtig nützlich wird es aber erst durch alles, was es über dich weiß: deine Projekte, deine Arbeitsweise, wie du schreibst, was du schon entschieden hast. Genau dieser Kontext macht aus einer allgemeinen KI deine KI.

Und hier machen die meisten denselben Fehler: All dieses Wissen steckt fest in einer einzigen App. Es ist, als würdest du ein Jahr lang die perfekte Assistenz einarbeiten. Kündigt sie, geht alles, was sie über dich gelernt hat, mit aus der Tür.

Wenn dein ganzer Kontext in einem Anbieter gefangen ist, sitzt du fest. Kommt ein besseres oder günstigeres Modell, kannst du nicht einfach wechseln, ohne wieder bei null anzufangen.

Die Lösung heißt Portable Context

Portable Context bedeutet: Du hältst dein Wissen nicht in einer App fest, sondern in einfachen Dateien auf deinem eigenen Gerät. Konkret sind das Markdown-Dateien: schlichte Textdateien mit der Endung .md, die jede KI lesen kann, egal welches Modell oder welcher Anbieter dahintersteht.

Manche nennen das ein "zweites Gehirn" für deine KI. Der Kern ist simpel: Dein Kontext gehört dir und liegt bei dir, nicht beim Anbieter.

Das gibt dir drei Dinge zurück:

  • Unabhängigkeit. Fällt Claude mal aus oder wird ein anderes Tool in etwas besser, nimmst du deine Dateien und ziehst um. In Sekunden, nicht in Wochen.
  • Kein Wiederholen. Du musst dich nie wieder neu erklären. Die KI liest deinen Kontext und ist sofort im Bild.
  • Startklar für Neues. Erscheint ein neues Modell wie Sonnet 5, bist du in dem Moment bereit, in dem es live geht. Datei rein, loslegen.

Was gehört in so eine Datei

Du brauchst kein System und keine Technik. Fang mit dem an, was du sowieso ständig wiederholst. Ein paar Beispiele, die sich für die meisten lohnen:

  • Über dich / dein Projekt: Wer bist du, was machst du, für wen. Womit arbeitest du gerade.
  • Dein Stil: Wie du schreibst und sprichst. Was du nie sagst. Wie locker oder sachlich es sein soll.
  • Deine Regeln: Wiederkehrende Vorgaben. "Antworte immer auf Deutsch." "Halte dich kurz." "Frag nach, bevor du etwas löschst."
  • Entscheidungen: Was schon festgelegt ist, damit du es nicht jedes Mal neu erklärst.

Eine Datei, ein Thema. Lieber mehrere kleine als eine riesige. Und ganz oben in jeder Datei ein Satz, worum es geht.

So legst du deine erste Datei an

  1. Öffne einen ganz normalen Texteditor oder direkt deine KI.
  2. Erstelle eine Datei, zum Beispiel ueber-mich.md.
  3. Schreib in einfachen Sätzen auf, was die KI über dich wissen soll. Keine Technik, keine Formatierung nötig, Stichpunkte reichen.
  4. Beim nächsten Mal gibst du der KI diese Datei mit an die Hand, bevor du deine eigentliche Frage stellst.

Das war es im Kern schon. Du kannst die KI sogar bitten, dir beim Aufschreiben zu helfen: "Stell mir Fragen zu meiner Arbeit und meinem Stil und fass die Antworten in einer Markdown-Datei zusammen."

Die Vorlage zum Kopieren

So kann eine erste Kontext-Datei aussehen. Ersetze die Platzhalter durch deine eigenen Angaben und speichere sie als .md-Datei.

# Über mich und meine Arbeit

## Wer ich bin
- [Name / Rolle, z.B. "Selbstständige Grafikerin"]
- [woran ich gerade arbeite]
- [für wen / welche Zielgruppe]

## Mein Stil
- [wie ich schreibe, z.B. "locker, direkt, kurze Sätze"]
- [was ich nie will, z.B. "keine Buzzwords, keine Ausrufezeichen"]

## Meine Regeln für die KI
- Antworte immer auf Deutsch.
- [weitere feste Vorgabe]
- [weitere feste Vorgabe]

## Schon entschieden
- [Dinge, die feststehen und die ich nicht jedes Mal neu erklären will]

Für ein Projekt funktioniert dieselbe Struktur: oben das Thema, darunter die wichtigsten Fakten, Regeln und Entscheidungen. Und wenn du aus solchen Dateien feste, wiederverwendbare Anleitungen machen willst, ist der nächste Schritt der Guide zu Claude Skills.

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